Hintergrund

Im Zusammenhang mit Einwanderung stellt das H-1B-Visaprogramm der USA das größte Problem für McAfee und die restliche Technologiebranche dar. In den USA ansässige Unternehmen können im Rahmen des  H-1B-Programms  für einen befristeten Zeitraum ausländische Arbeitskräfte in Positionen beschäftigen, für die eine theoretische und praktische Bewerbung einer Person mit hochspezialisierten Kenntnissen und einem Hochschulabschluss in einem spezifischen Fachgebiet erforderlich ist, der einem Bachelor-Abschluss oder einem höheren gleichwertigen Abschluss entspricht. Das H-1B-Programm umfasst zum Beispiel Beschäftigungen in den Bereichen Wissenschaft, Technik und Informationstechnologie. Der US-Kongress gibt eine feste Anzahl von H-1B-Visa pro Jahr vor, die als "H-1B Cap" oder H-1B-Obergrenze bezeichnet wird. Für das Jahr 2018 liegt die Obergrenze bei 65.000 Visa. Hiervon ausgenommen sind 20.000 Visa für Personen mit einem Master-Abschluss.

Im Laufe der Jahre hat sich die US-amerikanische Technologiebranche für eine Anhebung der H-1B-Obergrenze stark gemacht, um den Fachkräftemangel im gesamten IT-Bereich auszugleichen. Der Mangel an qualifizierten IT-Fachkräften ist gut dokumentiert und steigt ungebrochen an. Derzeit sind in den gesamten USA beispielsweise über 500.000 Stellen im IT-Bereich unbesetzt. Laut der Organisation Code.org haben aber nur 42.969 Informatikstudenten nach ihrem Abschluss den Weg in diesen Arbeitsmarkt gefunden. Der neuesten  weltweiten Umfrage zu Fachkräften für Informationssicherheit (Global Information Security Workforce Study) zufolge wird erwartet, dass bis 2022 im Bereich Cyber-Sicherheit 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen. Demnach ist der Fachkräftemangel im Technologiebereich zu einer treibenden Kraft für die Erhöhung der Anzahl an verfügbaren H-1B-Visa geworden – das war nicht immer der Fall.

Bedeutung für McAfee

McAfee ist zur Entwicklung innovativer Produkte und zur Erfüllung der wachsenden Sicherheitsanforderungen der Kunden auf Mitarbeiter angewiesen, die über eine hohe Qualifikation in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) verfügen. US-Arbeitskräfte mit einer guten Qualifikation sind immer unsere erste Wahl. In bestimmten Situationen, wenn wir keine qualifizierten amerikanischen Mitarbeiter einstellen können, nutzen wir jedoch das H-1B-Programm, um unseren Bedarf an Arbeitskräften abzudecken. Aus diesem Grund unterstützen wir die Position unserer Branche und den Ruf nach einem marktbasierten Ansatz, bei dem die Arbeitgeber entscheiden können, welche Art von Mitarbeitern sie benötigen.

Handlungsempfehlungen

  • Zur Lösung der komplexesten Sicherheitsherausforderungen, mit denen die Unternehmen heute konfrontiert sind, müssen Industrie, Regierung und Hochschulen zusammenarbeiten, um die Anzahl der Cyber-Sicherheitsexperten unter den Arbeitskräften substanziell zu erhöhen. McAfee unterstützt zur Erreichung dieses Ziels das H-1B-Visaprogramm, um dort, wo nicht genügend hochqualifizierte, innovative amerikanische Fachkräfte vorhanden sind, ausländische Mitarbeiter einstellen zu können.
  • Ein langfristiger umfassender Ansatz zur Beseitigung des Fachkräftemangels sollte den Schwerpunkt auf die Beseitigung von Zugangsbarrieren und die Ausweitung von Bildungsangeboten legen, um sicherzustellen, dass qualifizierte Menschen mit unterschiedlichsten Werdegängen den immer stärkeren Mangel an IT- und Cyber-Sicherheitsexperten ausgleichen können.

    • Die Gegebenheiten des globalen Marktes haben zur Folge, dass auch weltweit um Fachkräfte konkurriert wird. Daher benötigen wir eine wirksame Reform der Einwanderungspolitik, damit neben den US-amerikanischen Innovatoren, Unternehmern und qualifizierten Personen auch die weltbesten Arbeitskräfte leichter in den USA arbeiten können. 
  • Wir stimmen dem Information Technology Industry Council (ITI) zu, der für eine Reform der Einwanderung hochqualifizierter Fachkräfte zur Ergänzung und Verstärkung der außergewöhnlich talentierten US-amerikanischen Arbeitskräfte plädiert, um die Geschäftstätigkeit in den USA jetzt und in Zukunft zu stärken. Wir sind ebenfalls der Meinung, dass bei einer Reform der Einwanderung hochqualifizierter Fachkräfte in wirksame US-Bildungs- und Schulungsprogramme investiert werden muss, die künftige Wegbereiter und Unternehmer darauf vorbereiten, die globale Führungsposition sowie den weltweiten Erfolg der USA auszubauen.
  • Regierung, Industrie, und Hochschulen müssen zusammenarbeiten, um den Fachkräftemangel im Bereich Cyber-Sicherheit auszugleichen. McAfee unterstützt das Stipendienprogramm CyberCorps Scholarship for Service (SFS), das von der National Science Foundation (NSF) verwaltetet wird.

    • In Anbetracht der Größe und des Ausmaßes des Know-how-Defizits im Cyber-Sicherheitsbereich sollte die Politik den Programmumfang deutlich aufstocken – eventuell auf rund 180 Millionen US-Dollar. Mit finanziellen Mitteln in dieser Größenordnung könnte das Programm etwa 6.400 Stipendien unterstützen.
    • Außerdem empfehlen wir die Erweiterung des SFS-Programms oder die Auflage eines ähnlichen Programms, das auf Community Colleges abzielt. Community Colleges ziehen meist sehr unterschiedliche Studenten an, darunter zurückkehrende Kriegsveteranen und andere erwachsene Studenten, die möglicherweise andere Karrieren eingeschlagen haben bzw. sogar in Voll- oder Teilzeit arbeiten. Community Colleges könnten zudem die ethnische Vielfalt in einem Cyber-Programm voranbringen – was in der Branche dringend nötig ist.
  • Weiterhin sollte dringend in die Heranführung von Schülern an Grund- und Mittelschulen, und hier besonders von Mädchen, an MINT-Fächer investiert werden. Die Zahl der im MINT-Bereich Beschäftigten wird zwischen 2012 und 2022 auf über 9 Millionen ansteigen – so die jüngste Prognose des Bureau of Labor Statistics, die von der  STEM Education Coalition  in Washington, D.C., zitiert wird.