Unterstützung für die Verliererinnen der Pandemie

By on Feb 03, 2021

Unterstützung für die Verliererinnen der Pandemie

Nur 57 % der US-amerikanischen Frauen (der niedrigste Wert seit 1988) sind derzeit beruflich tätig oder aktiv auf Arbeitssuche.

Diese Ziffer ist eine von vielen, die keinen Zweifel offen lassen: Von den Millionen Beschäftigten, deren Existenzgrundlage durch die Pandemie gefährdet wurde oder verloren ging, sind die Frauen am härtesten getroffen.

Dem U.S Bureau of Labor Statistics (BLS) zufolge sind seit Beginn der Pandemie bis Januar 2021 rund 2,3 Millionen Frauen in den USA aus dem Berufsleben ausgestiegen – bei den Männern sind es nur 1,8 Millionen.

In China, Italien, Japan, Südkorea, dem Vereinigten Königreich und den USA erhobene Daten, die alle Einkommensgruppen miteinbeziehen, belegen, dass Frauen weltweit einem 24 % höheren Risiko ausgesetzt sind als ihre männlichen Kollegen, ihren Arbeitsplatz infolge der Pandemie zu verlieren.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März stellen wir uns deshalb die Frage, wie wir diesen hart getroffenen, überlasteten Frauen eine berufliche Zukunft bieten können.

Frauen verlieren ihren Job während der Pandemie unverhältnismäßig häufiger als Männer

Eine weitere Statistik des BLS zeigt deutlich, wie dramatisch die Situation ist: Seit Beginn der Pandemie gingen allein in den USA 4.637.000 aller weiblichen Jobs verloren. Diese Ziffer umfasst Funktionen im Management, im Verkauf, im Bildungswesen sowie Anstellungen im öffentlichen Dienst und andere. Für ungefähr ein Drittel der betroffenen Frauen im Alter von 25 bis 44 Jahren war die Kinderbetreuung der Grund für den Verlust ihrer Anstellung.

Dieser Umstand und die Tatsache, dass Frauen weltweit mindestens zweieinhalb Mal mehr lebenswichtige aber unbezahlte Haushalts- und Betreuungsaufgaben erledigen als Männer, das geschlechtsspezifische Lohngefälle global gesehen bei 23 % liegt, und die Gehälter von Frauen in Europa um 8,1 % schrumpfen, während es bei den Männern nur 5,4 % sind, erklären, warum Millionen von Frauen ihre Erwerbsarbeit an den Nagel gehängt haben, um sich der Kinderbetreuung und dem Homeschooling zu widmen – selbst wenn bezahlte Arbeit vorhanden ist.

Das sollte uns nicht überraschen. Daten, die nur wenige Jahre vor der Pandemie erhoben wurden, bestätigen, dass nur ein kleiner Teil der Amerikaner sich die traditionellen Rollenbilder zurückwünscht. Wenn jedoch Familie und Berufstätigkeit im Wettbewerb stehen, sind die Frauen laut Erhebungen des Pew Research Center eher gewillt, einen Kompromiss einzugehen. Und genau das tun sie jetzt. Und zwar in großem Stil.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Pandemie erhöhte den Druck, wodurch das Erwerbsleben der Frauen zunehmend aus den Fugen geriet.

Hilfe für Frauen im Homeoffice

Angesichts all dieser Zahlen und Fakten möchte ich mich besonders auf jene Frauen konzentrieren, die während der Pandemie von zu Hause arbeiten und gleichzeitig Kinder und/oder ältere Verwandte betreuen müssen. Was können wir als Arbeitgeber, Führungskräfte und Kolleg*innen in unserem Unternehmen verändern, um Frauen besser zu unterstützen?

Schon im Juni berichtete Forbes, dass Frauen ihre Arbeitsstunden vier bis fünf Mal häufiger reduzieren als Männer, meist um einen Haushalt zu führen, der nun plötzlich auch Kinderbetreuungsstätte, Schule, Seniorenheim und Homeoffice ist. Der Artikel nennt weitere Konsequenzen solcher Kürzungen, etwa die Tendenz, weniger anspruchsvolle Beschäftigungen auszuüben, ein höheres Risiko auf Entlassung und geringere Chancen einer Beförderung. Tatsächlich ergab eine im letzten Sommer in den USA durchgeführte Studie, dass 34 % der befragen Väter während der Pandemie im Homeoffice eine Beförderung erhielten –  im Kontrast zu nur 9 % der Mütter.

In einem Interview mit der BBC äußerte Melinda Gates, die Co-Vorsitzende der Bill and Melinda Gates Foundation, ihre Gedanken zu dieser Problematik prägnant: „Ich hoffe, dass wir durch die Corona-Pandemie endlich begreifen, wie unhaltbar das derzeitige System ist – und wie viel uns allen entgeht, wenn sich Frauen aufgrund ihrer häuslichen Pflichten darüber hinaus nicht am wirtschaftlichen Leben einbringen können. Dieses Problem lässt sich nur lösen, wenn Regierungen, Arbeitgeber und Familien sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen.“ Damit hat sie recht. Dieses Problem müssen wir gemeinsam angehen.

Wie Arbeitgeber und Führungskräfte helfen können

Der folgende Artikel in The Harvard Business Review bietet zum Frauentag am 8. März einige interessante Denkanstöße hinsichtlich der Rolle von Arbeitgebern und Führungskräften im Lösungsfindungsprozess. „3 Ways Companies Can Retain Working Moms Right Now“ (3 Wege, wie Unternehmen erwerbstätige Mütter jetzt binden können) zeigt, was Arbeitgeber tun können, um die Frauen in ihrer Belegschaft besser zu unterstützen. Die Verfasser nennen diese drei Punkte:

  • Gewissheit und Klarheit
  • Realistische Arbeitsanforderungen
  • Empathie

Wenn wir an die Stressfaktoren denken, die uns allen zu schaffen machen, dürfte dies in der Tat ein sinnvolles Rezept sein. Die eigenen Mitarbeiter*innen zu kennen und sich Zeit für sie zu nehmen, wird damit wichtiger als je zuvor. Eine Aussage ist mir besonders in Erinnerung geblieben:

„Führungskräfte können nicht länger so tun, also ob ihre Mitarbeiter*innen kein Privatleben außerhalb des Jobs hätten. Die Aufhebung der Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben wird so schnell nicht verschwinden.“

Den Beweis dafür sehe ich in jedem Meeting mit meinem Team. Und ich vermute, Ihnen geht es genauso. Durch die Linsen unserer Laptop-Kameras konnten wir alle einen Blick in das Leben unserer Kolleg*innen in ihrem heimischen Umfeld werfen. Wir haben gesehen, wie ein Meeting von 7 auf 8 Uhr verschoben wurde, weil das Frühstück mit der Familie nicht aufgeschoben werden konnte, und es ist uns allen passiert, dass eins der Kinder plötzlich während eines Konferenzgesprächs im Hintergrund auftauchte, um einfach mal „Hallo“ zu sagen. Allerdings sehen wir nicht unbedingt, welche Belastung das für manche Frauen auf Dauer ist.

Der Vorschlag, Gewissheit und Klarheit zu schaffen, für realistische Arbeitsanforderungen zu sorgen und Empathie zu zeigen, scheint also durchaus sinnvoll. Natürlich werden wir damit nicht alle Probleme lösen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir es als Arbeitgeber und Führungskräfte schaffen, die X-Faktoren zu minimieren, das Arbeitspensum anzupassen und Empathie zu zeigen, während wir allmählich zur Normalität zurückkehren, können wir unsere Mitarbeiterinnen binden – oder zumindest einige der Stressfaktoren abschwächen, die dazu führen, dass Frauen durch die Pandemie aus der Arbeitswelt und von der Karriereleiter verdrängt werden. Vorbildliche Arbeitgeber*innen und Führungskräfte haben das schon immer getan – auch vor der Pandemie. Ich bin der Meinung, dass dies jetzt in der Krise zur Norm werden sollte.

Wie  Kolleg*innen helfen können

Es ist absolut in Ordnung, Kolleg*innen in- und außerhalb des Teams und auch bei Partner- oder Lieferfirmen nach ihrem Wohlbefinden zu fragen. Während der Pandemie haben wir uns in vielen Meetings  ganz entspannt über Alltägliches und Ereignisse aus unserem Privatleben ausgetauscht. Durch die geteilte Erfahrung der Arbeit im Homeoffice sind neue Normen und Gewohnheiten entstanden. Wer weiß, vielleicht wird ein kurzer, entspannter Plausch am Anfang eines Meetings sich auch in Zukunft durchsetzen.

So haben wir die Möglichkeit, zuzuhören, jemandem die Chance zu geben, ein Problem anzusprechen und dann gemeinsam etwas zu tun.

Es ist klar, dass wir nicht für alle Probleme, mit denen Frauen zu kämpfen haben, eine Lösung bereitstellen können. Aber wir dürfen unsere Augen nicht länger schließen, sondern müssen offen sein.

Stemmen wir uns gemeinsam gegen die Flut

Durch den pandemiebedingten Ausstieg vieler Frauen aus dem Berufsleben haben Unternehmen wertvolle Fachkräfte verloren. Frauen haben ihre Existenzgrundlagen und ihre Karrieren geopfert. Die Pandemie hat auf beiden Seiten hohe persönliche Kosten verursacht, die in erster Linie von Frauen getragen werden.

Ein Problem dieser Größe muss von uns allen gemeinsam in Angriff genommen werden. Abgesehen von den großen und weitreichenden Lösungen, die wir als Arbeitgeber und Kolleg*innen von Frauen finden müssen, gibt es einen Weg, wie wir schon jetzt helfen können: auf die Frauen zugehen, ihnen zuhören und handeln. Unsere gegenwärtige Situation verlangt mehr Empathie und Anpassungsfähigkeit als je zuvor, besonders von unermüdlich arbeitenden Frauen, die alles – und mehr – geben.

Wenn Sie Teil eines Teams werden möchten, dessen Mitglieder sich aktiv bemühen, die Bedürfnisse berufstätiger Frauen zu verstehen und sie zu unterstützen, finden Sie hier weitere Informationen zu Stellen bei McAfee.

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About the Author

Judith Bitterli

Judith Bitterli currently serves as Senior Vice President of Consumer Marketing at McAfee. She is a passionate advocate for online security, family safety, and safeguarding our digital experiences. Judith has been in the security space for eight years and technology for over thirty years. She brings to her work a fundamental belief that online security ...

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