Eine neue Studie zeigt, dass jeder dritte Deutsche online schon einmal auf ein gefälschtes Profil oder einen KI-generierten Bot gestoßen ist
- Zwischen 1. Dezember 2025 und 22. Januar 2026 blockierte McAfee Hunderttausende bösartiger URLs im Zusammenhang mit Liebesbetrug - darunter Tausende mit Inhalten zum Thema Dating-Apps.
- McAfee Labs beobachtete einen Anstieg gefälschter KI-Dating-Bots: Einige Nutzer erhielten innerhalb von zwölf Stunden mehr als 60 Nachrichten – sogar ohne Profilfoto.
- Jeder fünfte befragte Deutsche (20%) verlor Geld durch Liebesbetrug via Online-Dating. Männer sind mit 23 % häufiger von finanziellen Verlusten betroffen als Frauen (17 %). Die meisten Einbußen verzeichnete jeder zweite Erwachsene unter 35 Jahren, mehr als jeder Fünfte davon verlor um die 400 Euro oder mehr.
München – 10. Februar 2026 – Heute veröffentlichte McAfee seine jährliche Studie zum Valentinstag, aus der hervorgeht, wie sehr gefälschte Profile, KI-gestützte Chats, QR-Code-basierte Betrugsmaschen und finanzielle Manipulationen im modernen Online-Dating mittlerweile verbreitet sind. Die Studie ergab, dass jeder dritte Deutsche schon einmal auf ein gefälschtes Profil oder einen KI-generierten Bot gestoßen ist und KI-generierte oder bearbeitete Fotos in Dating- oder Social-Media-Apps entdeckt hat. Gleichzeitig geben mit 52 %, mehr als die Hälfte der Deutschen an, dass sie um Geld oder Finanzdaten gebeten wurden. Zahlungsaufforderungen erfolgten oftmals via QR-Codes oder Links, die per SMS, E-Mail, Social-Media-Direktnachrichten oder direkt innerhalb von Dating-Plattformen versendet wurden.
Im gleichen Zeitraum verzeichnete McAfee Labs einen deutlichen Rückgang der bösartigen URLs mit Bezug zu Dating-Apps im Vergleich zum Vorjahr. Das deutet darauf hin, dass Betrüger möglicherweise ihre Vorgehensweise ändern.
Die gleichen Apps und Plattformen, die Menschen dabei helfen, Kontakte zu knüpfen, werden zunehmend auch von Betrügern ausgenutzt, die das Vertrauen und die emotionale Verletzlichkeit ihrer Opfer ausnutzen. Liebesbetrug ist keine Seltenheit mehr; viele Menschen werden betrogen, auch wenn kein Geld im Spiel ist.
Von Small Talk zu finanziellem Druck: Wie Romantikbetrug eskaliert
Romance Scamming beginnt selten mit offensichtlichen Warnsignalen. In der Regel beginnt es mit einem freundlichen Gespräch, nach einiger Zeit werden eine emotionale Vertrautheit und ein Gefühl der Verbundenheit aufgebaut. Sobald dies geschehen ist, erfolgen Anfragen nach Geld, Verifizierungscodes, Krypto-Währungen, Zahlungs-Apps oder Zahlungsanforderungen via QR-Codes. Mehr als die Hälfte der Deutschen (52 %) gibt an, dass sie von jemandem, den sie über Online-Dating oder soziale Plattformen kennengelernt haben, gebeten wurden, Geld zu senden oder Finanzinformationen weiterzugeben.
Die Untersuchung von McAfee zeigt, wie leicht Vertrauen bei Online-Dating entstehen kann – selbst wenn es sich bei dem Gegenüber nicht um eine reale Person handelt. Fast jeder Dritte (34 %) gibt an, dass es möglich ist, romantische Gefühle für einen KI-Bot zu entwickeln – darunter mehr als die Hälfte der Erwachsenen unter 35 Jahren – und 7 % sagen, dass sie persönlich romantische Gefühle für einen KI-Chatbot empfunden haben.
„Liebesbetrug beginnt nicht mit Geld. Er beginnt mit Vertrauen“, sagt Vonny Gamot, Head of EMEA bei McAfee. „Wenn mehr als jeder dritte befragte Deutsche angibt, schon einmal auf ein gefälschtes Profil oder einen KI-generierten Bot gestoßen zu sein, ist klar, dass diese Betrügereien keine Einzelfälle sind. Betrüger unterwandern Dating- und soziale Plattformen, um Benutzer dort mit der geplanten Betrugsmasche reinzulegen.“
Erhebliche finanzielle Schäden in Mecklenburg-Vorpommern:
Die Polizei meldete 2025 Fälle mit erhebliche Schadenssummen: Opfer verloren sechsstellige Beträge. Eine 60-jährige Frau aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald überwies im Januar 2025 über 300.000 Euro an einen angeblichen Unternehmer. Betrüger agieren nicht nur auf Partnerbörsen. Ein 37-Jähriger aus der Region Stralsund/Greifswald verlor im September 2025 fast 44.000 Euro an eine angebliche Engländerin, die ihn über soziale Medien wie TikTok kontaktierte. Im Juli 2025 wurde ein weiterer Fall bekannt, bei dem ein angeblicher Arzt aus Somalia eine Pensionärin um 160.000 Euro brachte. Eine Sozialarbeiterin verfiel einem Hochstapler, der sich als US-Schauspieler ausgab. (*).
Die Untersuchung von McAfee ergab, dass jeder fünfte Deutsche Geld durch einen Online-Dating- oder Liebesbetrug verloren hat und mehr als jedes dritte Betrugsopfer sein Geld nicht zurückerhält.
Verbraucherforschung
- Einer von fünf (21 %) Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren begegnen wöchentlich potenziellen Liebesbetrügern, verglichen mit einem von 20 Erwachsenen (7 %) über 65 Jahren.
- Mehr als jeder Dritte Deutsche (36 %) erhielt eine gefälschte „exklusive“ oder „nur auf Einladung“ zugängliche Dating-App-Einladung; 15 % meldeten sich an und gaben persönliche Daten oder Zahlungsinformationen weiter.
- Männer begegnen Liebesbetrügern wöchentlich mit einer um 65 % höheren Wahrscheinlichkeit als Frauen, was erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gefährdung zeigt.
McAfee Labs Research
- In der Analyse des letzten Jahres machten bösartige Tinder-Klone 55 % der Entdeckungen aus, und auch in diesem Jahr macht Tinder beim Vergleich derselben Apps im Jahresvergleich immer noch etwa die Hälfte aller bösartigen App-Aktivitäten aus.
- McAfee Labs meldete Zehntausende Versuche, bösartige mobile Apps zu installieren, die von beliebten Dating-Plattformen wie Tinder, Bumble und eHarmony geklont wurden.
- Zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 22. Januar 2026 entfielen 78 % aller erkannten Installationen gefälschter Dating-Apps auf Plenty of Fish (POF) – der höchste Wert aller Plattformen in der diesjährigen Analyse.
Die Kosten für Verbraucher: Zeit, Geld und Vertrauen
Liebesbetrug kostet Menschen nicht nur Geld, sondern auch emotionale Energie. Fast jeder fünfte Befragte (20 %) gibt an, durch einen Online-Dating- oder Liebesbetrug Geld verloren zu haben. In vielen Fällen handelt es sich um relativ geringe Beträge, meist unter 400 Euro, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen. Aber auch kleinere Verluste können schmerzen, und es kommt durchaus zu hohen Verlusten über 4.000 Euro, von denen Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Was länger anhält als der finanzielle Schaden, sind die emotionalen Auswirkungen. Fast alle, die einen Online-Dating-Betrug erlebt haben (92 %), geben an, dass sie davon erheblich betroffen waren. 44 % der Befragten sagen, dass sie viel vorsichtiger im Umgang mit Online-Kontakten geworden sind, 36 % haben das Vertrauen in Menschen verloren, die sie online kennenlernen, 24 % haben Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls oder des Selbstvertrauens erfahren und 17 % fühlten sich verlegen oder emotional belastet.
Romantikbetrüger sind geduldig und hartnäckig. Eine Nachricht ohne Link be-deutet nicht, dass sie sicher ist, und QR-Codes können riskante Weiterleitungen hinter einem scheinbar harmlosen – oder sogar romantischen – Moment verbergen.
Wie sicheres Online-Dating im Zeitalter der KI aussieht
McAfee empfiehlt, bei Online-Kontakten besondere Vorsicht walten zu lassen, und gibt folgende Tipps:
- Seien Sie vorsichtig bei Beziehungen, die sich sehr schnell entwickeln, vermeiden Sie Video- und Sprachanrufe.
- Senden Sie niemals Geld, Geschenkkarten oder Kryptowährungen an Personen, die Sie nicht persönlich kennen.
- Seien Sie skeptisch bei Anfragen, die QR-Codes, Zahlungen oder Bestätigungscodes beinhalten.
- Geben Sie zu Beginn nur wenige persönliche Informationen preis.
- Investieren Sie in umfassenden Online-Schutz – Verwenden Sie Sicherheitsprodukte wie McAfee+, das maximalen Schutz für Ihre Identität, Privatsphäre, vor Betrug und für Ihre Geräte bietet, damit Sie und Ihre Familie online sicher sind.
(*) Quelle:
- NDR.de: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Frau-aus-Vorpommern-verliert-300000-Euro-durch-Betrugsmasche-,betrug566.html
- Ostsee-Zeitung: https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/vorpommern-greifswald/usedom/vorpommern-160-000-euro-durch-betrugsmaschen-verloren-O5PHFVGZMVCIJIR3R3F6VWQGXE.html
- Nordkurier.de: https://www.nordkurier.de/regional/mecklenburg-vorpommern/liebesbetrug-nach-schoenen-bildern-liess-37-jaehriger-mann-alle-vorsicht-fallen-4000063
Methodik der Verbraucherumfrage
Eine McAfee-Umfrage zu Online-Dating-Betrug und -Verhalten wurde im Januar 2026 online durchgeführt. Sie umfasst Antworten von 7.000 Erwachsenen in Australien, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Großbritannien und den USA.
Methodik von McAfee Labs
McAfee Labs analysierte URL- und Mobile-App-Telemetriedaten, die zwischen dem 1. Dezember 2025 und dem 22. Januar 2026 gesammelt wurden. Die Forscher untersuchten URLs zum Thema Dating und Android-Apps, die sich als beliebte Dating-Plattformen ausgaben, und verglichen die Trends im Jahresvergleich, um Veränderungen im Verhalten der Betrüger zu identifizieren.
Über McAfee
McAfee Corp. ist ein weltweit führender Anbieter von Online-Schutz für Verbraucher. Mit dem Schwerpunkt auf dem Schutz von Menschen in einer stets online verbundenen Welt passen sich die Lösungen von McAfee den Bedürfnissen der Benutzer an und bieten Einzelpersonen und Familien sichere, intuitive Tools. Weitere Informationen finden Sie unter www.mcafee.com.